Verkehrserziehung in Theorie, Praxis – und der wirklichen Wirklichkeit

Verkehrserziehung in Theorie, Praxis – und der wirklichen Wirklichkeit

Im Wiener Prater – gleich an der Hauptallee – liegt der „Verkehrskindergarten der Stadt Wien“. Hier wird Verkehrserziehung betrieben. In Theorie und Praxis. Und mit Mehrwert: Die Kinder bekommen hier – ungeplant und nebenbei – auch vermittelt, wie die österreichische Wirklichkeit tatsächlich funktioniert. Nicht nur im Verkehr.

Q: Wie, Herr R., vermittelt man einem Kind, was „auf österreichisch“ bedeutet?
A: Man besucht mit dem Kind den „Verkehrskgindergarten der Stadt Wien“ im Prater. Eine segens- und lobenswerte Einrichtung, in der freundliche und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Polizei Kindern das richtige und korrekte Verhalten im Straßenverkehr beibringen. In Theorie und Praxis wird da – spielerisch – das nötige Rüstzeug für das sichere und kompetente Benutzen des öffentlichen (Straßen-)Raumes vermittelt und die Polizei als positiv konnotierter, verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner im Mindset der Kinder platziert. Das ist gut und richtig so.
Verkehrserziehung

©Tom Rottenberg

Q: Wo aber, Herr R., kommt da die Vermittlung von “ auf österreichisch“ vor?
A: Wie im wirklichen Leben: Zwischen den Zeilen. Anhand von banalen Nebensächlichkeiten. Subkutan. Also nicht am Übungsplatz und auch nicht im Verkerhrserziehungs-Unterricht selbst. Aber eben im Kontext: Sowohl die, die hier über die Wichtigkeit und Gültigkeit von Verkehrsregeln referieren, als auch Eltern, die ihren Kindern genau dieses Wissen vermittelt wissen wollen, reisen mit dem Auto an. Natürlich bis vor die Tür.
Dass auf der Prater Hauptallee ein strenges Fahrverbot gilt, das also das Parken vor dem Verkehrskindergarten rein anfahrtstechnisch (außer für Einsatzfahrzeuge) gar nicht möglich sein dürfte, interessiert keinen: Regeln gelten „auf österreichisch“ schließlich immer nur für die Anderen. Für die, die es sich nicht richten können. Für die, die mangels Draht „nach oben“ dann eben 100 Meter zu Fuß gehen müssen. Das kann man nicht früh genug vermittelt bekommen – und am besten von jenen Instanzen, die man als Kind nicht in Frage stellte: Den Eltern und der Polizei. Mission accomplished.

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